Auswirkungen von Stress auf das Verhalten von Katzen

Stress kann das Verhalten von Katzen so sehr verändern, dass sie krank werden. Dies kann sogar bis zur Abgabe der geliebten Samtpfote oder deren Einschläferung führen.

 

Stress führt zu einer Reihe von Verhaltensänderungen und veränderten Vorgängen im Körper. Ausgelöst wird es durch unangenehme oder als störend empfundene Umstände. 

 

Ursachen und Folgen von Stress

 

Zu den Hauptursachen von Stress bei Katzen gehören Veränderungen in der Umgebung ( z.B. Umzug, neue Familienmitglieder, neue Haustiere ). Aber auch eine reizarme Haltung, Konflikte mit anderen Katzen, eine schlechte Mensch-Tier-Beziehung oder der Verlust der Beständigkeit im Alltag können als Stress empfunden werden.

Gerade bei reinen Wohnungskatzen kann eine reizarme Haltungsumgebung, die es dem Tier nicht erlaubt, ihr natürliches Verhalten wie Jagen und Kratzen auszuleben, zu Stress führen. Schlecht sozialisierte Katzen oder solche, die von ihren Besitzern bestraft werden, sind ebenfalls häufig gestresst.

In Mehrkatzenhaushalten kommt es oft zu innerartlichen Auseinandersetzungen, besonders wenn neue Katzen in den Haushalt integriert werden. Auch der Kampf um Ressourcen wie Schlafplätze oder Futternäpfe löst bei Katzen Stress aus. Auch wenn man es kaum glauben kann, ist Beständigkeit im Alltag ein wichtiger Aspekt im Leben einer Katze. Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf eines Katzenhalters oder unlogische Verhaltenweisen gegenüber der Katze können ebenfalls chronischen Stress verursachen.

 

Eine Folge von Stress ist eine Minderung der Immunabwehr.

Daraus resultierend können sich neue oder schon überstandene Infektionen ausbreiten. So haben stark gestresste Katzen ein fünfmal höheres Risiko an Infektionen der oberen Atemwege zu erkranken (z.B. chronischer Schnupfen, Asthma), Ebenfalls findet man bei diesen Katzen häufiger eine Reihe von Magen-Darm-Symptome, wie Erbrechen oder Durchfall, da die Darmschranke ihre schützende Funktion verliert. Des Weiteren kann Stress zur Entwicklung einer chronisch wiederkehrenden Blasenentzündung (feline idiopathische Zystitis) führen. Auch Hautprobleme wie Allergien /Atopien und die akrale Leckdermatitis können Stress assoziiert sein.

 

Verhalten und Stress

 

Nicht nur Stress und die aktuelle Umgebung haben einen Einfluss auf das Verhalten. Das Verhalten ist zum einen genetisch angelegt und wird zum anderen stark durch die Prägephase im Welpenalter geformt. Perser- und Siamkatzen scheinen genetisch bedingt besonders verspielt, neugierig und freundlich zu sein. Andere Rassen scheinen vermehrt zu Aggressionen zu neigen. Zu dem hat sich gezeigt, dass Welpen, welche von erfahrenen Kätzinnen aufgezogen und spät entwöhnt werden, seltener Verhaltenauffälligkeiten entwickeln als früh abgesetzte Welpen einer erstgebärenden Katzenmutter. Auch der frühe Kontakt zu unterschiedlichen Menschen kann zu einem freundlichen Wesen der Tiere beitragen.

 

Wie kann sich Stress im Verhalten ihrer Katze bemerkbar machen ?

 

Katzen, die plötzlich nicht mehr spielen, sich verstecken oder ihren Erkundungstrieb verlieren, sind eventuell gestresst. Aber auch das Fressverhalten kann beeinflusst werden. Stress kann sowohl zur schlechteren Futteraufnahme führen, aber auch eine Fresssucht der Katze ist möglich. Auch Zwangsneurosen können stressbedingt sein. So kann die Katze ein felines Hyperästhesie-Syndrom (unwillkürliches Zucken der Rückenmuskulatur) entwickeln, eine psychogene Alopezie (durch Lecken verursachter Haarverlust) oder eine Pica (das Fressen von ungewöhnlichen Dingen; z.B. Decken, Papier, Sand). Auch Harnmarkieren oder übermäßiges Kratzen kann Ausdruck von permanentem Stress sein.

 

Stress reduzieren

 

Wo es möglich ist, sollten natürlich die auslösenden Stressoren beseitigt werden. Bei Konflikten in Mehrkatzenhaushalten hat die Gestaltung der Umgebung eine große Bedeutung. Allen Katzen sollten ein sicherer Ruheplatz und eine Versteckmöglichkeit zur Verfügung stehen. Katzentoilette, Schlafplatz und die Futterstellen sollten ausreichend von einander entfernt sein. Um den Jagdtrieb der Katzen zu befriedigen, können kleine Futterrationen versteckt oder Futterspielzeuge eingesetzt werden. Des Weiteren sollte mindestens eine Katzentoilette pro Katze aufgestellt werden. Bestrafungen sollten unbedingt vermieden werden. Im Falle von Katzenwelpen sollten die Tiere während der Prägephase (2. bis 7. Lebenswoche) mit vielen unterschiedlichen Reizen und Menschen konfrontiert werden.

 

Stress medikamentell behandeln

 

Unterstützend hat sich zur Stressreduktion das Produkt Feliway als sehr effektiv erwiesen.

Wenn es nicht möglich ist, die Umstände zu verändern oder die Veränderung der auslösenden Umständen im Zusammnspiel mit Feliway nicht ausreicht, kann man zunächst versuchen über weitere pflanzliche Produkte, wie Calmex oder Zylkene, eine Verbesserung zu erreichen. Wenn auch dies nicht ausreicht, kann man mit dem Einsatz von Psychopharmaka (z.B. Clomicalm) oftmals der Katze und ihrem Besitzer helfen, besser mit der Situation klar zu kommen.

 

Sollten Sie nach dem Lesen dieses Artikels Veränderungen an Ihrer Katze bemerkt haben, welche auf ein stressbedingtes Verhalten hinweisen, wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Tierarzt.

 

Zusammenschrift eines Artikels aus dem J Feline Med Surg (2015); Amat M., Camps T., Manteca X

 

 

 

 

Demnächst wird es an dieser Stelle weitere Informationen für Katzenliebhaber geben.

 

Bis dahin haben wir Ihnen einige Internetseiten mit Wissen über Katzen hier aufgelistet.